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Geschichte

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Geschichte von Ellerstadt

Lorscher KodexAm 19. Dezember 783 ist zwar nicht die Geburtsstunde der Gemeinde Ellerstadt, doch an diesem Tage wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Der freie Franke Hubertus schenkte dem Kloster Lorsch an der mittleren Bergstraße ein Teil der Siedlung "Alaridestath". Weitere Schenkungen aus Ellerstadt sind dann urkundlich erwähnt in den Jahren 863, 873, 908/9 an Lorsch und 985 an das Kloster Weißenburg im Unterelsass.

Nun schweigen die Urkunden für zwei Jahrhunderte bis in die Zeit der Staufischen Kaiser und Könige, im Jahre 1190. In diesem Jahr sind pfalzgräfliche Rechte in Ellerstadt aus dem Besitz des ehemaligen Weißenburger Klostergutes und der Vogtei über das Kloster Lorsch nachweisbar. Auch Reichgut ist (noch) vorhanden, dass der jeweilige "Mehrer" an treue Anhänger verlieh, unter Anderem an Graf von Hohenfels und den Ritter von Bolanden. Von größerer Bedeutung wurden die Ritter von Flersheim, die ab 1482 in den Besitz Ellerstadter Güter kamen.

Im Jahr 1548 besaßen die Ritter von Flersheim zwei Drittel des Dorfes und die Herren von Affenstein das restliche Drittel. 1570 erwirkte Friedrich von Flersheim von Kaiser Maximilian II, die Erlaubnis zur jährlichen Abhaltung eines Ross- und Viehmarktes, und zwar stets für den 01. Mai und den 19. November. Diese gibt es heute nicht mehr. Die Flersheimer hatten nicht nur die Marktaufsicht (mit allen zugehörenden Rechten), sondern auch das Halsgericht und den Blutbann, waren also für die Ellerstadter auch die Herren über Leben und Tod. Ihr "Weistum" von 1555, für die Gemeinde das älteste Dokument der Rechtsprechung bei Streitsachen und Strafsachen ihrer Bürger, wurde immer wieder öffentlich verlesen. Nachdem die Flersheimer 1577 durch Abfindung der Affensteiner alleinige Ortsherren wurden, starben sie 1655 aus. 1707 gehörte Ellerstadt Casimir Kolb von Wartenberg und war Bestandteil der Reichsgrafschaft, die reichsunmittelbaren Charakter hatte. Die verarmten Wartenberger veräußerten schließlich 1789 ihre Rechte an die Grafen von Sickingen.

1793/94 brachten die revolutionären Truppen der Französischen Republik Elend über die Gemeinde. Häuser wurden geplündert und die Einwohner zu Fronarbeit herangezogen. Die Beschlagnahme allen linksrheinischen Adelsbesitzes wirkte sich auch auf den Graf von Sickingen aus. Es gab keine Großgrundbesitzer und leibeigenen Bauern mehr. Nach der Niederwerfung Napoleons und dem Wiener Kongress wurde die Pfalz 1816 dem Königreich Bayern einverleibt. Sie gehörte zum "Landeskommissariat" Neustadt; Gerichtsbezirk Frankenthal.

Aus dem Bezirksamt Neustadt wurde 1939 der Landkreis Neustadt, der auch nach dem zweiten Weltkrieg blieb, im Bundesland Rheinland-Pfalz. Seit der Verwaltungsreform Anfang 1969, bei dem der Landkreis Neustadt aufgelöst wurde, gehört Ellerstadt zum Landkreis Bad Dürkheim, in der Verbandsgemeinde Wachenheim.
Der Weinbau hat schon seit dem 8. Jahrhundert für Ellerstadt eine Rolle gespielt, wie aus der Lorscher Schenkungsurkunde hervorgeht. Seit 1886 wurden auf Ellerstadter Gemarkung überwiegend Portugieser Reben angepflanzt. Der "Gewürztraminer", den sogar Bismarck aus Ellerstadt bezog, bringt meist nur schwachen Ertrag und ist daher nur vereinzelt anzutreffen, obwohl sich die Böden in der Gemeinde besonders eignen. 1903 entfielen auf die landwirtschaftlich genutzte Fläche der Gemeinde (634 ha) 117 ha auf Weinbau, 357 auf Acker- und Gartengebiete und 70 ha auf "Forste und Holzungen". Der Obstbau hatte bis ins letzte Jahrzehnt eine bedeutende Rolle gespielt; Pfirsichanbau seit 1867. Über die Region hinaus bekannt ist die Sorte "Ellerstadter Rote". Seit 1925 wurden zunehmend mehr Sauerkirschen angebaut.

Mögen es bei der urkundlichen Erwähnung im frühen Mittelalter nur einige Handvoll Menschen gewesen sein die hier wohnten, so waren es 1548 24 bis 30 Familien und 1614 waren es schon 60 bis 70; noch 1722 stand an der Straße, durch die heute die Rhein-Haardt-Bahn fährt, kein einziges Haus; 1910 sind des 767. Der starke Zuwachs der letzten Jahrzehnte ist nicht zuletzt der Rhein-Haardt-Bahn zu verdanken, die seit 1913 Bad Dürkheim mit Mannheim verbindet und den Ellerstadtern sogar zwei Zusteigemöglichkeiten bietet. In den Zwanzigerjahren wurde die Tausendergrenze überschritten. 1970 waren bereits 1.400 und 1979 mehr als 1.900 Einwohner gemeldet. 1980 wurde die Zahl 2.000 erreicht und nach Abschluss der geplanten Neubaugebiete wird sich die Einwohnerzahl bei rund 2.500 einpendeln.